Produkttest: Sante Pflanzen Haarfarbe

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Nach einer Reihe von nicht zufriedenstellenden Versuchen mit Pflanzenhaarfarbe in der Vergangenheit habe ich meine Haare nun seit mehreren Jahren mit der Haarfarbe von Smart Beauty, die vegan und tierversuchsfrei, aber sonst in jederlei Hinsicht eine (sehr empfehlenswerte!) „konventionelle Haarfarbe“ ist, gefärbt. Leider gibt es die in Deutschland nur bei Veganz zu kaufen (zumindest habe ich sie sonst noch nirgends gesehen), weshalb ich sie mir immer über’s Internet aus dem Ausland bestellen musste. Dieser Umstand sowie die Überlegung, dass ich doch sicher noch ein etwas ‚extremistischerer Gutmensch‘ (zwinker, zwinker) werden könnte, indem ich eine Haarfarbe benutze, die keine Chemikalien enthält und dadurch die Umwelt weniger belastet, haben mich dazu bewogen, pflanzlicher Haarfarbe doch noch einmal eine Chance zu geben und die schwarze „100% Pflanzen Haarfarbe“ von Sante Naturkosmetik, die man z.B. bei dm kaufen kann, auszuprobieren.

Pflanzenhaarfarben wirken anders als ‚chemische‘ Haarfarben, denn, so wird es bei Sante selbst erklärt, sie „dringen nur in die äußere Schuppenschicht des Haars ein und färben deshalb besonders schonend. Um jedes einzelne Haar legt sich eine schützende Lasur, die die natürliche Haarfarbe durchschimmern lässt. So entsteht ein ganz individueller Farbton aus dem Zusammenspiel der eigenen Haarfarbe und der gefärbten Nuance.“

Klingt so weit gut, mit meiner Naturhaarfarbe (die in Kindertagen mal ein helles Rotblond war und seither kontinuierlich dunkler wurde und sich nun irgendwo zwischen Dunkelblond und Braun befindet) konnte ich also ein nicht ganz schwarzes, aber deutlich dunkleres Ergebnis erwarten – genug, damit mein mittlerweile doch sehr großer Ansatz (siehe ‚Vorher‘-Foto unten) sich nicht mehr ganz so stark vom gefärbten Rest der Haare absetzt.

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Die Sante Pflanzenhaarfarbe kommt in Form eines Pulvers, das man laut Packungsbeilage mit 300ml kochendem Wasser bzw., um die Wirkung der schwarzen Farbe zu verstärken, mit schwarzem Tee anrühren soll. Eben dies habe ich gemacht und hatte dann einen dunkelgrünen, sehr körnigen Brei mit der Konsistenz von Kaffeesatz, der mir zu trocken und krümelig erschien, um ihn sinnvoll im Haar zu verteilen, weshalb ich noch einmal gut 100ml mehr Wasser untergerührt habe. Auf einem Forum habe ich später auch den Tipp gelesen, Naturjoghurt in die Farbe zu mischen, eventuell erleichtert das die Sache noch ein bisschen mehr. Geruchlich würde ich das ganze irgendwo zwischen zu starkem Tee und Blumenerde ansiedeln, sehr ‚öko‘ auf jeden Fall, nicht außerordentlich unangenehm, aber definitiv auch nichts, was man als ‚himmlischen Duft‘ bezeichnen würde.

Als in der Tat außerordentlich unangenehm habe ich jedoch das Auftragen der Farbe auf das Haar empfunden, bei dem mir die liebe Enie geholfen hat, da ich es alleine wohl nie geschafft hätte… Durch die sehr bröselige Konsistenz der Farbe ist es kaum möglich, ‚Strähne für Strähne‘ vorzugehen, ohne dass einem von den zuvor behandelten Strähnen schon wieder die Hälfte herunterbröckelt. Entsprechend war der Boden um mich herum, genau so wie meine Klamotten, auch schnell voller nach ‚Kaninchen-Kötteln‘ aussehenden herabgefallenen Haarfarbe-Klümpchen. Experimente mit Pflanzen-Haarfarbe daher niemals über Teppichen oder sonstigen schwer abwaschbaren Bodenbelägen machen, und natürlich immer schwarze Kleidung tragen!

Nach der Einwirkzeit von 1-2 Stunden unter der mitgelieferten Haube – lange genug um sich einen schönen Film anzuschauen oder anderweitig zu ‚prokrastinieren‘ – musste ich den ersten großen Teil der Farbe gar nicht erst ausspülen, sondern konnte ihn in Form dicker Klumpen (die mich wiederum sehr an Blumenerde erinnert haben) direkt ausschütteln. Der Rest der Farbe ließ sich dann verglichen mit konventionellen Produkten relativ leicht auswaschen. Es fühlte sich ein bisschen an, als würde ich mir die Überreste eines Sandsturmes vom Kopf spülen, denn die getrocknete Farbe kam auch in Form des Pigment-Staubes, den ich zu Beginn angerührt hatte, wieder vom Kopf herunter. Was jedenfalls leichter von der Hand ging als der nicht enden wollende schwarze Farbfluss, den ich sonst nach dem Färben aus meinen Haaren wasche. Auch habe ich die Hoffnung, dass meine Haare nun nicht noch wochenlang schwarz abfärben werden, weshalb ich sonst in der ersten Woche nach dem Färben beim Schlafen immer ein Tuch um den Kopf tragen muss, um das Kissen nicht zu versauen…

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Das Ergebnis ist leider nicht das, was ich erwartet habe. Und das nicht, weil mir das Schwarz nicht schwarz genug wäre – ich habe ja durchaus damit gerechnet, dass die Farbe nur einige Nuancen dunkler als meine Naturfarbe wird, und der Übergang vom Ansatz zum ‚Altbestand‘ gefärbter Haare sieht tatsächlich etwas weniger krass aus. Das Problem ist, dass durch die wie schon beschrieben problematische Konsistenz der Farbe einfach nicht alle Haare erwischt wurden und ich deshalb jetzt immer noch einige helle Strähnchen zwischen den sonst dunkel gefärbten Haaren habe.

Fazit: Auch wenn ich die Idee von Pflanzenhaarfarbe immer noch sehr mag, werde ich wohl doch solange bis ich eine gefunden habe, die sich auch anständig im Haar verteilen lässt (wenn jemand eine kennt: ich bin ganz Ohr! 🙂 ), bei meiner Smart Beauty bleiben. Oder mir mal einen Besuch bei einem ’spezialisierten‘ Friseur gönnen, der das besser kann als wir Laien… 😀

♡ MEZZO

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